
SCHICKFALL
„Du musst schon naiv sein … um zu schreiben.“

„Anstrengend. Einfach nur anstrengend. Und belastend. Alles. Das Leben. Verstehst du? Der Sinn liegt im Unsinn. Ich schreibe nicht, ich lese. Meine Storys, nur ein Nebenprodukt. Abfall. Eine Pfandflasche. Ein Mülleimer ohne Boden.“
So redet Merlin S. Miller über seine Geschichten. Und das ziemlich ernst. Oder ironisch. Oder beides. Jedenfalls hat er Bücher geschrieben (mehr als null) und betreibt den Literaturpodcast Das Leben macht Gin, den er 2019 gestartet hat (noch bevor alle Podcast gemacht haben). Warum dort so viele reinhören, versteht Miller selbst auch nicht so ganz. Vielleicht wegen der Ehrlichkeit. Vielleicht, weil Miller nicht versucht, irgendwem zu gefallen. Oder weil es einfach gut tut, jemandem zuzuhören, der nicht ständig so tut, als wäre er perfekt und hätte das Leben verstanden.

Gerade schreibt Miller am Roman SCHICKFALL. Er sollte bald erhältlich sein. Oder auch nicht. Das weiß man nie so genau. Auf jeden Fall fand eine Literaturjury das unfertige Manuskript eines Arbeitstipendiums für würdig befunden.
Bei einer Lesung nannte ihn mal jemand den „geläuterten Sohn von Bukowski“. Hat Miller so stehen lassen. Mehr Resthirn, weniger Kater und Arschl*ch. Generell möchte Miller aber niemandes Sohn sein. Tut sich sogar schwer damit, das Häkchen bei Mann zu setzen. Vielleicht, weil er nicht dazugehören will, ... zu den Männern. Sein Vater war nie stolz auf ihn, und das ist gut so!
Und diese Website? Muss halt sein. Wer was sucht, findet vielleicht was. Oder auch nicht. Reicht ja auch manchmal, kurz zu bleiben und dann wieder zu verschwinden.


